Die Therapie

Was ist (meine) Psychotherapie?

Die Bezeichnung  Psychotherapie steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel auf die Behandlung psychischer und  psychosomatischer Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen zielen. Soweit die etwas trockene Definition. Deutlich schöner lässt sich der Begriff Psychotherapie beschreiben, wenn man die griechischen Vokabeln übersetzt: „Pflege der Seele“. Eine spezielle Form der Psychotherapie, die ich Ihnen anbieten möchte, damit Sie gut Ihre Seele pflegen können, ist die

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie (VT) ist ein Therapieverfahren, dessen Wirksamkeit bei nahezu allen psychischen Störungen nachgewiesen werden konnte. Die Grundlage der Verhaltenstherapie bildet wissenschaftlich-psychologische Forschung – und ebenso wie sich die Forschung weiterentwickelt hat, haben sich auch die Ansätze und Methoden der Verhaltenstherapie ständig ausgeweitet und verfeinert. Die Ursprünge der Verhaltenstherapie liegen in der Lerntheorie. Sie ging davon aus, dass alles „Verhalten“ – und dazu gehört neben dem Handeln auch das Denken und Fühlen! – gelernt ist. Und ebenso, wie man etwas erlernen kann, kann man es auch wieder „ver-lernen“ bzw. alternatives, hilfreicheres Verhalten er-lernen. Dazu werden die Bedingungen genau analysiert, unter denen die Probleme auftreten oder ausbleiben. Das Ziel dabei ist, die Lebensbedingungen gezielt zu verändern und somit auch die Bedingungen für ein zufriedenstellenderes Leben zu schaffen.

Mit der sogenannten „Kognitiven Wende“, wurde die Verhaltenstherapie um die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) erweitert, die das Denken stärker ins Visier nimmt und sich mit den Zusammenhängen von Denken und Handeln sowie Denken und Fühlen befasst. Oft sind es unhinterfragte Annahmen, Erwartungen und Bewertungen, die sich im Laufe des Lebens (v.a. in Kindheit und Jugend) gebildet haben und die einen großen Anteil an den heutigen psychischen Problemen haben.
In den letzten Jahren wurden auch zunehmend erlebnisaktivierende Ansätze in die Verhaltenstherapie integriert, die die Gefühlsebene und das Erleben stärker ansprechen. Sie dienen dazu, Veränderungen auch „emotional zu verankern“. Als wesentliche Erweiterungen, die den Einzug in die Verhaltenstherapie gefunden haben, sind die  emotionsfokussierte Therapie (nach Greenberg), Techniken aus dem Psychodrama, der  Gestalttherapie und der  Kommunikationspsychologie zu nennen. Auch einzelne Ansätze wie zum Beispiel die Dialektisch-Behaviorale Therapie (nach Linehan) oder das Training Emotionaler Kompetenzen (nach Berking)  integrieren klassischverhalten-stherapeutische Sichtweisen und Methoden mit kognitiven und emotionsfokussierenden Elementen.

Die allgemeine Psychotherapie (nach Grawe) ist ein weiterer Versuch der Integration. Sie entstammt der Psychotherapie-Forschung und nimmt die menschlichen Grundbedürfnisse in den Blick. Sie geht davon aus, dass der Mensch schon in frühester Kindheit Mechanismen zu deren Verwirklichung oder Schutz erlernt und auch später als Erwachsener noch (unbewusst) anwendet. Auch die Schematherapie fokussiert früheste Lebenserfahrungen und hält Methoden vor, sie zu bearbeiten. Die Schematherapie stellt mittlerweile einen Schwerpunkt  meiner Arbeit dar. Eine andere integrative und erlebnisorientierte Methode, die auch tiefenpsychologische Aspekte mit in meine Arbeit einfließen lässt, ist in neuester Zeit die IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy nach Mervin Smucker), sowie die Ego-State-Therapie (Watkins&Watkins) – zwei Ansätze, die zur Bearbeitung traumatischer Erlebnisse entwickelt wurden, die aber auch sehr gut für viele andere psychische Belastungen und Schemata genutzt werden können, um die Bewältigung emotionaler Blockaden in einer intensiven Auseinandersetzung mit inneren Anteilen zu unterstützen.
Derzeit finden solche und weitere integrative Ansätze Einzug in die Verhaltens-   therapie und machen sie zu einem ganzheitlichen Konzept. Dadurch verschwimmen die Grenzen zu den anderen Therapierichtungen (Psychoanalyse, tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie) bzw. die Richtungen nähern sich mehr und mehr an – zumindest wie ich die Verhaltenstherapie speziell und die Psychotherapie generell sehe, andere Autoren und Therapeuten können natürlich eine andere Sichtweise haben.

Ablauf

Der therapeutische Prozess lässt sich formal in zwei Abschnitte teilen: zuerst ca. fünf Sitzungen, die dem Kennenlernen und der Diagnostik dienen (die sogenannte „Probatorik“ oder „probatorischen Sitzungen“, nach neuester Reform in 2017 mit einer vorgeschalteten „Sprechstunde“) und anschließend die Behandlung (Therapie) mit bis zu 80 Sitzungen. Je nach Versicherungstarif bzw. Finanzierungsart sind zwischen Probatorik und Therapie ggf. Anträge zu stellen (mehr Informationen zum Antrags-Procedere finden Sie unter dem Menüpunkt  „Kosten“).

In den probatorischen Sitzungen haben Sie die Möglichkeit, mich näher kennenzulernen. In dieser Zeit werden wir uns gemeinsam ein erstes Bild von der Entstehungsgeschichte ihrer Probleme, den Bedingungen ihres Auftretens und einer möglichen Behandlungsstrategie machen. Dabei kommen evtl. auch Fragebögen und wissenschaftlich untersuchte Testverfahren zum Einsatz. Ich werde mit Ihnen die Therapie planen und Ihnen jede Frage diesbezüglich beantworten, so dass Sie sich dann gut entscheiden können, ob Sie mit mir als Person und mit meinen Methoden arbeiten möchten. Sollten Sie sich eine andere Person oder andere Methoden vorgestellt haben, werde ich Ihnen gerne entsprechende Kollegen empfehlen. Zögern Sie bitte nie, Ihnen unangenehme Inhalte der Therapie oder meiner Person offen mitzuteilen! Ich erwarte nicht, dass jeder Mensch mit mir arbeiten möchte und helfe Ihnen gerne weiter bei der Suche nach einem anderen Therapeuten!

Erst nach dieser ausführlichen Kennenlern- und Planungsphase, in dem wir beide uns für die Zusammenarbeit entscheiden, wird mit der Therapie begonnen. Dauer der Therapie und Anzahl der Therapiesitzungen hängen von Ihrer jeweiligen Situation ab. In der Regel ist mit einer Therapiestunde (50 Minuten) pro Woche und einer Therapiedauer von ca. einem Jahr zu rechnen. Dabei kann es sein, dass zu Beginn der Therapie oder bei Krisen die Abstände zwischen den Sitzungen kürzer sind, zum Therapieende hin dagegen länger werden oder die Sitzungen bei einigen Techniken länger dauern. Je nachdem wie komplex die Problematik ist, kann eine Verhaltenstherapie zwischen 25 („Kurzzeittherapie), 60 („Langzeittherapie“) und mit Verlängerungen bis maximal 80 Sitzungen dauern.